Genf, 19. Mai 2026, 14:10 Uhr (MESZ)
Alex Michelsen setzte sich in zwei Sätzen gegen Sebastian Baez durch und sicherte sich damit ein Zweitrunden-Duell mit Stan Wawrinka bei den Gonet Geneva Open – ein Generationenduell kurz vor Roland Garros. Beide setzten sich am Montag durch, sodass laut Turnierauslosung der Schweizer Wildcard-Spieler Wawrinka im Achtelfinale auf Michelsen trifft.
Das Timing ist hier entscheidend. Genf ist eines der letzten Sandplatzturniere vor dem Major in Paris und ein ATP-250-Event – der Sieger erhält also 250 Weltranglistenpunkte, dazu ein ordentliches Preisgeld und wichtige Matches zur Vorbereitung auf Roland Garros. Die ATP gibt das Gesamtpreisgeld in Genf mit 612.620 Euro an, der Einzel-Champion erhält 93.175 Euro plus die 250 Punkte.
Wawrinka konzentriert sich diese Woche nicht auf Punkte. Der 41-Jährige, dreifacher Grand-Slam-Sieger, sagte bereits im Dezember, dass 2026 seine letzte Saison sein werde – dieser Auftritt in Genf ist also klar Teil der Zielgeraden, nicht nur ein weiterer Termin im Kalender.
Stan Wawrinka setzte sich am Montag knapp mit 6:2, 4:6, 7:6(5) gegen Lucky Loser Raul Brancaccio durch und wurde laut ATP damit der älteste Spieler, der seit Jimmy Connors 1994 ein Sandplatzmatch auf der ATP Tour gewann. Zur Einordnung: Ein Lucky Loser ist jemand, der in der Qualifikation scheitert, aber nach dem Rückzug eines anderen Spielers ins Hauptfeld rutscht. „Ich werde nicht jünger“, witzelte Wawrinka und verwies auf die große Rolle des Genfer Publikums bei seinem Sieg. ATP Tour
Michelsen machte es unkompliziert. Der 21-jährige Amerikaner besiegte Baez mit 7:5, 6:3, obwohl die Erwartungen vor dem Match eher beim Argentinier lagen. Wie The Grandstand vor dem Spiel anmerkte, hatte Baez sechs seiner sieben Titel auf der Tour auf Sand gewonnen, während Michelsen, als „Sandplatz-Neuling“ bezeichnet, mit einer dünnen Sandplatzbilanz 2026 antrat. The Grandstand
Das Video-Team der ATP rückte Michelsen ins Rampenlicht, das oft nach einer Überraschung folgt. Sie posteten einen Clip aus Genf und nannten ihn „Monströs von Michelsen“. Nur ein Highlight – kein Endstand. Dennoch zeigte sich nach Baez, wie sich die Diskussion um ihn drehte. ATP Tour
Bleacher Nation setzte Michelsen auf Platz 41, Wawrinka auf Platz 119 und bezeichnete dieses Match als Achtelfinal-Duell am Mittwoch. Auf dem Papier ein klarer Vorteil für Michelsen im Ranking. Wawrinka jedoch profitiert vom Heimvorteil.
Nach den Ergebnissen vom Montag lenkte Ricky von The Grandstand die Diskussion auf Michelsen. Der Sieg über Baez, schrieb er, „macht Michelsen zum klaren Favoriten“, auch wenn die Heimfans und der Belag Wawrinka weiterhin eine Chance geben. Rickys Tipp: Michelsen in drei Sätzen. The Grandstand
Das Teilnehmerfeld in Genf ist stärker besetzt als bei einem typischen ATP-250-Turnier, da Taylor Fritz, Alexander Bublik und Casper Ruud alle antreten werden. Stefanos Tsitsipas kam am Montag als Wildcard-Spieler weiter – das bedeutet, er durfte ohne Qualifikation über das Ranking teilnehmen – und trifft nun als nächstes auf den an vier gesetzten Learner Tien.
Stefanos Tsitsipas brauchte sechs Versuche, um das Match zu beenden, setzte sich aber schließlich mit 6:4, 7:6(8) gegen Giovanni Mpetshi Perricard durch und kämpfte sich durch ein spannendes Finish. „Es ist eine große Erleichterung für mich, mich durch so ein Match durchzukämpfen“, sagte Tsitsipas laut ATP in seinem On-Court-Interview. ATP Tour
Michelsen steht hier vor einem einfachen Risiko: Schweizer Sandplatz, dazu das heimische Publikum, können einem Favoriten schnell den reibungslosen Lauf verderben. Wawrinka brauchte in seinem ersten Match über zwei Stunden und setzte sich erst im entscheidenden Tiebreak durch. Er hat diesen Titel bereits zweimal gewonnen – wenn das Match in die Länge gezogen wird, spielt das ihm in die Karten, nicht dem Neuling, vor allem im Vergleich zu einem schnellen Schlagabtausch mit frühen Breaks.
Michelsen bekommt die Chance, diesen einen Sandplatz-Coup in etwas Größeres zu verwandeln – einen Platz im Viertelfinale. Wawrinka? Seine Aufgabe klingt auf dem Papier einfach, ist in Wirklichkeit aber schwieriger: dafür zu sorgen, dass das heimische Publikum mindestens noch ein weiteres Match zu sehen bekommt.