Da NASA den Zeitplan für Artemis III anpasst, erhält Blue Origin seine Chance

With NASA Tweaking Its Artemis III Timeline, Blue Origin Lands Its Shot

KENNEDY SPACE CENTER, Florida, 20. Mai 2026, 17:07 EDT

Die NASA hat Artemis III zu einer Erdorbit-Demonstration im Jahr 2027 umgestaltet, mit Fokus auf die Andockmanöver von Orion mit kommerziellen Mondlandern – ein Schritt, der Blue Origins Blue Moon Mark 2 näher an SpaceX’ Starship bringt und beiden eine Chance auf den nächsten Meilenstein gibt. Laut der Behörde ist der Plan, einen oder beide Prototypen auf Herz und Nieren zu testen, bevor Astronauten wieder auf der Mondoberfläche landen.

Das Timing ist hier entscheidend, denn Artemis III führt nicht mehr das Feld an. Die NASA hat umgeschwenkt und plant, Artemis III stattdessen für einen Testlauf in Erdnähe zu nutzen, während Artemis IV nun als nächste bemannte US-Mondlandung für 2028 vorgesehen ist. Diese Anpassung ermöglicht es der NASA, Orion zu betreiben, Andock- und Landerverfahren zu testen – und das alles, ohne beim ersten Versuch eine Crew in den Mondorbit zu schicken.

Blue Origins Profil hat gerade einen Schub bekommen. Obwohl die NASA SpaceX zuerst den ursprünglichen Human Landing System (HLS)-Vertrag zugesprochen hat, rückt der aktualisierte Plan Blue Origins Blue Moon Mark 2 Pathfinder in die Testreihe von Artemis III – vorausgesetzt, er ist einsatzbereit. SpaceX bleibt weiterhin einer der Hauptlieferanten für Mondlander.

Jeremy Parsons, derzeit amtierender stellvertretender NASA-Administrator für Moon-to-Mars-Explorationssysteme, bezeichnete Artemis III als „einen wichtigen Meilenstein“ und „eine der komplexesten Missionen, die die NASA je unternommen hat“. Laut NASA wird dieser Flug nicht einfach die vorherige bemannte Orion-Mission wiederholen – er soll neue Artemis-Betriebsprotokolle sowie mehrere Raumfahrzeuge umfassen. NASA

Der Plan der NASA sieht vor, dass ihr Schwerlastrakete Space Launch System (SLS) vier Astronauten an Bord von Orion in einen niedrigen Erdorbit bringt – nahe genug, um anderen Fahrzeugen zusätzliche Startflexibilität zu geben. Anstelle der Zwischenstufe setzt die Behörde hier auf einen nicht-antriebsgestützten Abstandshalter, während das von Europa gebaute Servicemodul, das an Orion angebracht ist, die Bahnmanöver für die Kapsel übernimmt.

Blue Origin treibt zwei Projekte voran. Der Blue Moon Mark 1 – genannt Endurance – dient als unbemannter Frachtlander. Die NASA hat bestätigt, dass die Umwelttests im Thermovakuum-Kammer des Johnson Space Center abgeschlossen wurden, einer Einrichtung, die die rauen Bedingungen des Weltraums simuliert. Die MK1-Missionen sollen Risiken minimieren, bevor der größere, für Besatzungen ausgelegte Mark 2 eingesetzt wird.

Laut Blue Origin soll der MK1-Lander bis zu drei Tonnen Fracht zum Mond transportieren, alles verpackt in die Nutzlastverkleidung der New Glenn-Rakete. Der MK1-Pathfinder wird wichtige Technologien testen: BE-7-Triebwerk, kryogene Flüssigkeitssysteme für ultra-kalten Treibstoff, Avionik, Kommunikation und Werkzeuge für punktgenaue Landungen.

Die NASA verfügt nun über ein maßstabsgetreues Modell der Blue Moon Mark 2-Besatzungskabine im Johnson Space Center, das für das Astronautentraining und Tests geliefert wurde. Die Behörde gab an, dass die Kabine für Missionsdurchläufe, Raumanzugtests und Kommunikationsübungen genutzt wird, während sie sich auf das Andocken kommerzieller Landefähren im Erdorbit im Jahr 2027 vorbereitet.

SpaceX steht weiterhin unter starkem Druck durch Konkurrenten. Eine weitere Runde Starship-Tests steht in Texas an, wobei die NASA die Rakete für Artemis-Mondmissionen bereits ab 2028 ins Auge fasst. „Absolut entscheidend“, so beschreibt Don Platt, Leiter des Spaceport Education Center der Florida Tech, den bevorstehenden Test. Artemis III wird seiner Meinung nach nirgendwohin fliegen, ohne eine Landefähre, die den Erdorbit erreichen und mit Orion andocken kann. WUWF

Es bleiben viele Hürden. Beide Landefähren befinden sich noch in der Entwicklung, und wichtige Artemis-III-Entscheidungen – Crew-Auswahl, Missionsdauer, sogar welche Landefähre die Astronauten nutzen – sind noch nicht finalisiert. NASA-Administrator Jared Isaacman hat einen Plan beschrieben, der „drei massive Starts in schneller Folge“ erfordert, was wenig Spielraum lässt, falls es spät zu Hardware-Problemen kommt. SpacePolicyOnline

Blue Origin erhielt 2023 den 3,4-Milliarden-Dollar-NASA-Vertrag für die Artemis-V-Mondlandefähre – ein Festpreisvertrag, der Design, Entwicklung, Tests sowie eine unbemannte Demonstration vor dem Astronauteneinsatz umfasst. Die damalige Begründung der NASA: Ein zweites Landefähren-Design soll den Wettbewerb ankurbeln und den künftigen Zugang zum Mond absichern.

SpaceX sicherte sich den ersten Vertrag. Die NASA wählte 2021 Starship aus und unterzeichnete einen 2,89-Milliarden-Dollar-Meilensteinvertrag für die erste kommerzielle bemannte Mondlandefähre. Anschließend wies sie SpaceX an, das Fahrzeug für weitere Mondmissionen anzupassen. Die Überarbeitung von Artemis III verschafft SpaceX weiterhin einen Vorsprung, verkürzt jedoch die Zeit, in der die Öffentlichkeit den Testprozess verfolgen kann.

Die NASA geht klug vor – zuerst sollen Andocken, Crew-Handling, Hitzeschild-Überprüfungen und die Schnittstellen der Landefähre in Erdnähe getestet werden. Keine Mondmission, bevor diese Punkte abgehakt sind. Blue Origin hingegen sieht die Chance, Blue Moon von einer Backup-Option für Artemis zu einem echten Kandidaten für die nächsten Crew-Missionen zu machen.

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